
Menschen mit Behinderungen (MmB) können ihre Einschränkungen nicht verbergen. Dieses Stigma steht in der Regel im Vordergrund.
Aufgrund von mangelnder Aufklärung führt dieses Stigma zu Mitleid, Missachtung und Vernachlässigung.
Generell gilt folgende Formel: behindert = renitent, aggressiv, hässlich, bedürftig, unglücklich und unfähig; außerdem mit der Schwierigkeit behaftet, trotz der Missbildungen positive Ideen oder produktive Fähigkeiten zu entfalten.
In früheren Zeiten wurden diese Personen aus den gesellschaftlichen Zusammenleben, in dem Bevormundung und Paternalismus herrschte, ausgegrenzt.
Am Anfang stand die Anpassung, dann kam es zu einer Art Symbiose. Auf der einen Seite machten die MmB, an der Entwicklung ihrer Fähigkeiten zur Stillung ihrer eigenen Bedürfnisse gehindert, ihre eigenen Erfahrungen mit ihren Behinderungen, vor allem durch Betteln. Auf der anderen Seite reagierte die Gesellschaft auf dieses Problem, indem sie sich mit Fürsorge dafür zu entschuldigen suchte.
Mit dem Beginn der Moderne und dem Aufkommen neuer Medien begannen die MmB den herrschenden Paternalismus infrage zu stellen und die Angst vor der Bloßstellung ihrer „Mängel“ zu verlieren. Heute fordern sie ihre Rechte als gleichberechtigte Bürger, nunmehr im Vertrauen auf die soziale Solidarität.
Allerdings haben Menschen mit Behinderungen in ihrem Kampf für die vollständige gesellschaftliche Teilhabe noch viele Hindernisse zu überwinden. Sie unterliegen nicht nur vielfältigen Vorurteilen. Darüber hinaus müssen sie sich mit einer Gesellschaft auseinandersetzen, die es nicht gelernt hat, mit Menschen umzugehen, die nicht der Norm entsprechen und die unterschiedliche Bedürfnisse haben.
Sie benötigen die Mittel (seien es physische oder soziale), die ihnen gleiche Rechte und Chancen verschaffen. Sodann müssen wir alle Barrieren beseitigen, die dieser Bedingung im Wege stehen, so dass sie ihre tatsächliche Teilhabe, in Unabhängigkeit, erreichen.
Obwohl die Gesellschaft dazu tendiert, alle MmB in einen Topf zu werfen, hat natürlich jeder seine/ihre besonderen Eigenschaften, die differenzierte Verhaltensweisen und Verfahren erfordern.
Körperliche Defizite können dazu führen, dass die Fähigkeit zur sozialen Teilhabe bedeutend verringert wird. Dies gilt es zu verhindern, indem technische Ausrüstungen, Anpassungen und besondere Hilfsmittel bereitgestellt und die für deren Anwendung nötigen Kenntnisse vermittelt werden.